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Knochenersatzmaterialien bei Zahnbetterkrankungen

Bei fortgeschrittenen Zahnbetterkrankungen (im Volksmund schlechthin Parodontose genannt) kommt es zum Abbau von Knochen um den Zahn herum. Das Ziel der Behandlung solcher Knochentaschen ist es dafür zu sorgen, daß die Eiterungen aufhören, daß ein straffes Gewebe geschaffen wird, daß möglichst neuer Knochen aufgebaut wird und daß alle Gewebe miteinander verwachsen.

Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten, die Knochentaschen aufzufüllen:

Aus bestimmten Kieferregionen oder aus dem Becken kann Knochen entnommen werden, der in die Knochentasche gefüllt wird. Diese Methode ist die sicherste, weil nur dieser eigene Knochen wirklich einheilt.

Außerdem kann gefrorener oder gefriergetrockneter Knochen von menschlichen Spendern eingepflanzt werden. Diese Methode birgt jedoch ein gewisses Risiko hinsichtlich Allergie und Krankheitserregerübertragung (z.B. AIDS).

Auch von Tieren kann Knochenmaterial gewonnen werden, das für Implantate genutzt wird. Auch hier besteht das Risiko der Allergie und der Erregerübertragung (z.B. BSE).
Zuguterletzt gibt es noch künstlich hergestellte Knochenersatzmaterialien, die mehr oder weniger gut einheilen.

Die Bewertung dieser Methoden ist in der Wissenschaft nicht einheitlich. Während für die Knochentransplantate, die beim Patienten selbst gewonnen werden, keine Einschränkungen bestehen, sind alle übrigen Materialien vorsichtig zu bewerten. Die Knochenmaterialien von menschlichen Spendern scheinen auch ein gutes Ergebnis zu erzielen. Der von Tieren gewonnene Knochen ist noch nicht ausreichend untersucht worden.
In den USA mehren sich die Untersuchungsergebnisse, daß nur die vom Patienten gewonnenen Transplantate positiv zu bewerten sind hinsichtlich mikroskopischer Verhältnisse und Langzeiterfolg.

Die verschiedenen künstlich hergestellten Knochenersatzmaterialien verwachsen nicht mit dem natürlichen Gewebe, sondern werden nur durch Narbengewebe eingeschieden. Früher oder später muß man hier deswegen mit Abstoßungsreaktionen rechnen.

Mehrwurzelige Zähne, bei denen zwischen den Wurzeln unter der Krone kein Knochen mehr vorhanden ist, können nicht mehr als vollwertige Zähne betrachtet werden. Sie sollten daher bei Schwierigkeiten eher gezogen werden, als daß versucht wird, sie mit großem Aufwand und Knochentranplantaten zu erhalten.

Wenn zusätzlich zu den beschriebenen Methoden eine sog. Membran verwendet wird, gibt es leider keine besseren Ergebnisse, als wenn auf die Membran verzichtet wird.
Eine Unterstützung der o.g. Behandlungsmöglichkeiten mit Antibiotika führt zu keiner Verbesserung des Behandlungsergebnisses.

Weitere fachliche Informationen können Sie erhalten bei der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. http://www.dgzmk.de/

Das Fazit:
Eine gute Zahnreinigung von Jugend an und lebenslanges Bemühen um die Prophylaxe hilft noch am besten, die Zähne lange zu erhalten. Auch mit viel Geld und viel Aufwand kann man die Gesetze der Natur nicht überlisten, wenn die Schäden erst einmal vorhanden sind!

Text: Dr. V. Thoma